Fritz Walter   -      Fußball mit Herz

Kaiserslautern - zu Besuch bei Freunden

und die Pfalz    -      Gott erhalt´s

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Leseproben aus Mythos Fritz Walter:

Wer kann es aber ermessen, wie diejenigen über ihn denken, die alles in unmittelbarer Nähe von Fritz Walter miterleben durften. Auch in meinem Herzen wird er ewig unvergessen bleiben und auch mir wird es heute noch warm ums Herz, wenn ich daran denke, was allen Deutschen dieser Gewinn der Weltmeisterschaft 1954 in Bern bedeutete.

Die wenigen Fernseher, die es gab, waren bei den Endrunden Spielen 1954 belagert wie nie zuvor. Unvergessen und in diesem Ausmass niemals wiederkommend, der triumphale Empfang der Weltmeister an der Schweizergrenze bis München nach Mannheim und Kaiserslautern. Riesige Menschenmengen jubelnd entlang der Bahnstrecke, der Zug im Schritt-Tempo von Landau nach Neustadt und dann die Ankunft in Kaiserslautern. Erlebnisse, die in ihrer Dramatik und für unser Volk so wichtig waren, wie bis heute kein anderes Ereignis. Vielleicht, wenn man vom Fall des "Eisernen Vorhangs" und der Mauer einmal absieht. Doch das war schon wieder eine ganz andere Zeitrechnung, nicht zu vergleichen mit der Armut, der Zerstörung und dem Leid in unserem Land nach dem furchtbaren Krieg. Und dann dieser für uns unglaublich wichtige sportliche Erfolg in der Schweiz.

Augen, die wir aufgrund unserer Vergangenheit nach unten schlagen mussten, da uns die ganze Welt gnadenlos verurteilte. Dieses Spiel gab uns wieder Hoffnung auf eine Zukunft, die unser zerstörtes Land dringend brauchte. Augen, die heute noch feucht werden, wenn ich an diese herrlichen, niemals auslöschbaren Tage meines Lebens denke.

Ich bin mir sicher, alle, die dieses Endspiel miterleben durften, fühlen heute noch genauso wie damals. Ob direkt im Stadion oder an den wenigen Fernsehern. Der heutige Film über das "Wunder von Bern" trifft zwar den Kern des Geschehens, aber ist niemals in seiner Tiefenwirkung vergleichbar mit den erlebten Tagen von 1954 in Bern und was danach bei der Rückkehr unserer Mannschaft geschah.

Die unbeschreibliche Freude über die Gewissheit, wir sind endlich wieder jemand und aufgenommen in der großen Weltgemeinschaft. Ein unendliches mit Worten nicht beschreibbares Glücksgefühl, einzig und allein entstanden durch ein Fußballspiel.

Nach dem Tor von Helmut Rahn im Endspiel mit dem nicht enden wollenden Torschrei von Herbert Zimmermann "Toooor! Toooor! Toooor! Toooor! Tor für Deutschland!"

Dieses kann und wird sich in dieser Art nie wiederholen und ist unauslöschbar in meinem Inneren gespeichert. "Aus, Aus, Aus, Deutschland ist Weltmeister" und überglücklich lagen sich wildfremde Menschen, in Tränen aufgelöst, in den Armen. Menschen oft, die sich vor dem nicht einmal für Fußball interessiert hatten. Eine Erinnerung, wie ein Juwel gespeichert in meinem Inneren, die ich für alles auf der Welt nicht missen möchte.

Die Ereignisse und meine Gefühle während dieses Spiels werden mir immer unvergesslich und der Höhepunkt meines Lebens bleiben. Sie sind nicht mehr zu Toppen, was auch immer geschehen mag.

Helmut Rahn hat uns in den letzten Tagen auch verlassen. Ich möchte ihm auch hiermit ein ehrendes Gedenken bewahren. Als geflügeltes Wort über ihm galt im Ruhrgebiet der Satz der Kumpel: "Helmut, erzähl´ mich datt Tor." Kann man einen Wunsch verständlicher ausdrücken und sagen diese Worte nicht schon alles über die Gefühle des Bittenden?

Von der 54er Weltmeistermannschaft leben damit nur noch Ottmar Walter, Horst Eckel und Hans Schäfer. Die Nationalmannschaft sang später: Fußball ist unser Leben.

Heute ist es unvorstellbar, was wir uns in den 40er Jahren des vorigen Jahrhunderts nach dem grauenhaften Krieg einfallen lassen mussten, um überhaupt gegen einen Flickenball treten zu können. Was wir hatten, war aus den hintersten Winkeln und vom Dachboden wieder hervorgeholt worden. In der glücklichen Lage, von meinem Onkel noch ein paar Fußballstiefel mit Stahlkappe zu besitzen, war ich ein "Bevorzugter" auf unserem Schulhof in einer kleinen Ortschaft mit 2-tausend Seelen, in Niedersachsen zwischen Hannover und Braunschweig.

Alle Anderen kickten in Holzgaloschen oder weniger empfindlichen Schuh ähnlichen Fußbekleidungen, aber gespielt wurde täglich und ich immer dabei, da ich nur über die Straße musste, wenn sich auf dem Schulhof etwas bewegte.

Was machte es schon, dass die Spitzen der Fußballschuhe mit Zeitungen ausgefüllt waren. So war ich damit meistens schneller am Ball als meine Mitspieler, wegen der Schuhgröße dreiundvierzig. Wie oft mein Vater einen vergammelten uralten Lederball mit seitlicher Schnürung genäht und geflickt hat, wird mir heute erst richtig klar. Damals sah ich es als selbstverständlich an, er war schließlich Schuhmacher.

Wir wohnten direkt am Schulhof und ich war Tag für Tag mit den unterschiedlichsten Bällen am Fußballspielen. Hier lernte ich das Durchsetzungsvermögen, das mir im späteren Leben in sportlicher Hinsicht sehr geholfen hat. Mit den Stahlkappen vorne im Schuh konnte man ganz schön hinlangen.

Dieses Bild weckt Erinnerungen an meine ersten Fußballstiefel. So, oder ungefähr so, haben einmal meine ersten Fußballstiefel ausgesehen. Man beachte die Schuhspitze mit der Stahlkappe. Aber ohne Henkel, obwohl es meiner Mutter bestimmt recht gewesen wäre mit Henkel, dann hätte sie die dreckigen Stiefel besser vom oberen Stock in den Hof (auf den Mist) werfen können, wenn einmal wieder vor lauter Dreck keine Stiefel mehr zu sehen waren. Den Weg auf den Mist habe ich oft gehen müssen, um wieder etwas an den Füßen zu haben. Dabei war meine Mutter eine ganz verträgliche Frau.

Aber diese Stiefel hatten auch ihre Vorteile. So haben einmal böse Buben genau gewusst, wann ich wieder auf dem Schulhof aufkreuze und täuschend ähnlich wie ein Ball, eine Kegelkugel mitten in die Einfahrt gelegt. Da ihnen klar war, dass ich keinen Ball liegen sehen konnte, musste kommen was sie ausgeheckt hatten. Der Anlauf war gewaltig.

Die Stahlkappen waren doch zu etwas nutze, sonst hätte ich alles nicht so glimpflich überstanden. Erst danach wurde allen Beteiligten klar, was tatsächlich hätte passieren können. Mit den heutigen Sportstiefeln sollte es niemand nachmachen.

"Fortuna Oberg", gegründet 1883, ein kleiner Verein, aber sehr traditionsreich, war mein Heimatverein. Vom ersten Tag meiner Spielberechtigung an, spielte ich in einer guten, sehr erfolgreichen, Jugendmannschaft. Wir gewannen deutlich die Kreisjugendmeisterschaft.

Mit 17 Jahren erhielt ich die notwendige ärztliche Freigabe für die erste Mannschaft und konnte mich 1949 in einer spielerisch guten Herrenmannschaft in der Bezirksklasse weiterentwickeln. Es gab für uns kein Spiel, bei dem wir danach nicht noch zusammen saßen. Nach dem Motto "Elf Freunde müsst ihr sein, um Siege zu erringen". Sicher aber ist auch, die Ablenkung der heutigen Jungend war uns unbekannt und dieses wird auch unsere Einstellung zum Fußball damals stark beeinflusst haben.

Genauso hielten wir es mit den Gegnern bei unseren Spielen. Nach dem Spiel blieb man einfach noch 1-2 Stunden im Vereinsheim oder einer Gaststätte. Es wurde viel gesungen, man flachste und schmiedete Freundschaftsbande, die dann in der nächsten Saison erneuert wurden. So hatte einmal unser "Langer" sein Hackfleischbrot besonders fein hergerichtet, da nimmt doch sein Nebenmann, aus der Elzer Mannschaft, den Salzstreuer und verteilt doch das gesamte Salz fingerdick auf der fertigen Brotscheibe. Alles glaubte nun, jetzt kracht's, unser Karl Stiegelbauer so ein Hüne von Kerl.

Er verzog keine Miene, nahm den Pfefferstreuer und verteilte ebenfalls den gesamten Pfeffer recht sorgfältig auf dem Brot. Von allen Kameraden sorgfältig beobachtet. Nachdem er alles schön hergerichtet hatte, teilte er die Scheibe und schob zur Gaudi von Freund und Feind, ohne ein Wort zu sprechen, die andere Hälfte dem Elzer zu. Pfeffer und Salz wurden anschließend ausgiebig heruntergespült. Beide Mannschaften halfen aus Sympathie fleißig mit. Mit den Elzern konnten wir immer gut, das dauerte, bis sie oder wir wieder auf dem Heimweg waren und dabei waren sie eine der weitesten Spielorte in unserer Klasse, noch hinter Hildesheim gelegen.

Natürlich gab es auch Vereine, mit denen man nicht so konnte, wie ein Verein in der Nähe von Hildesheim, ich möchte ihn heute nicht verraten. Da mussten wir sehen, dass wir nach dem Spiel schnell vom Platz kamen. Wenn ich den Platz beschreibe, wird jeder Hildesheimer wissen, welcher Verein gemeint ist. Der Platz mit einer Bretterwand zum Sichtschutz abgeschirmt. In dieser Wand ca. 50 cm (oder auch ein wenig mehr) große runde Löcher, um die Bälle, die hinter die Wand geschossen wurden, zurückzuholen.

Wir haben diese Fluchtwege, nach dem Spiel, oft im Hechtsprung genommen, denn schnell waren wir. Alles ein bisschen übertrieben, es ist nur einmal passiert, da ging es aber richtig rund. Wie froh wir waren, als wir die runden Löcher hinter uns hatten und auf unserem Lkw saßen. Damals kamen uns die Löcher noch enger als 50 cm vor. Gibt es noch jemand, der sich erinnert, liebe Harsumer?

Ich persönlich bin der Meinung, dass diese Freundschaften untereinander und das Flachsen in der Kameradschaft erst die Mannschaft zu einer Einheit formte. Heute fehlt oft diese wertvolle Bindung in den Vereinen, wo nur noch das Geld wichtig ist. In Mannschaften, in denen man sich selbst nicht einmal sprachlich näher zu kommen versucht.

Eine Mannschaft verlangt Zusammenhalt und Aufopferung für das gemeinsame Ziel und "einer für alle" ist keine leere Phrase, wenn man erfolgreich sein will. Einige Kameraden von damals blieben mir auch während meiner späteren Zeit in Kaiserslautern liebe Freunde und besuchten mich hier des Öfteren. Dieter Neukirch aus meiner Heimat folgte mir Jahre später nach Kaiserslautern und wurde auch Spieler in der ersten Mannschaft beim FCK. Nur zusammen spielten wir nie, weil ich 1958 schon in Saarbrücken bei den Sportfreunden war.

Eine Aufnahme von uns am Fackelrondell vor dem alten Theater ist in Kaiserslautern bereits Geschichte. Der Fackelbrunnen wurde verlegt, das Theater abgerissen. Leider besteht der damalige schöne Mittelpunkt von Kaiserslautern in dieser Form nicht mehr und musste Parkplätzen weichen.

Vielleicht wird es ja noch einmal schöner als es heute ist, die Planungen laufen jedenfalls. Was heißt laufen, es wird diskutiert, wird es eine Verkehrsachse oder eine Fussgängerzone oder etwas dazwischen oder kommt die Pfalzarena in die Nähe. Wie das augenblicklich läuft, kann es noch Jahrzehnte dauern bis Veränderungen geschehen.

Schweren Herzens und mit einer Fülle von neuen Eindrücken, nahmen wir von Amerika Abschied. Es war ein Erlebnis wie man es in diesem Ausmaß, an Gastfreundschaft und liebevoller Betreuung durch die Gastgeber, sich überhaupt nicht ausmalen kann. Eine Erkenntnis nahmen wir mit nach Hause, in Amerika wird trotz aller anderen populären Sportarten ein guter Fußball gespielt.

Das größte Problem für Richard Schneider bestand darin, Fritz Walter in unser Flugzeug zu bringen. Wir brauchten ihn doch dringend für die bevorstehenden Endrundenspiele und mit dem Schiff hätte seine Ankunft nicht für die Spiele gereicht. Sepp Herberger haben wir während der ganzen Zeit nur bei der Hafenrundfahrt und in Chicago bei der Ansprache und bei größeren Empfängen gesehen. Sonst war er von einem Besuch zum anderen unterwegs. Im Flugzeug zeigte er uns seinen ganzen Koffer voller Vereinsnadeln, Pokalen und Plaketten, die ihm überall überreicht wurden.

Über den Aufenthalt und Amerika im Allgemeinen machte ich mir, nach vielen Jahren, im Nachhinein erst meine Gedanken. Was macht eigentlich dieses Amerika so phänomenal? Es wurde mir bei meinem zweiten Besuch, fünfzehn Jahre später, erst so richtig bewusst. Nach dem Passieren der Zollkontrollen am Kennedy Flughafen machte sich in mir ein prickelndes Freiheitsgefühl breit. Im Bewusstsein der riesigen Größe dieses Landes, waren die Erinnerungen an Deutschland so, als wäre man in eine Schublade gepresst gewesen. Sechs Wochen hatte ich in New York beruflich zu tun und lernte eine faszinierende Stadt kennen, erheblich intensiver, als dieses während unserer Spiele möglich war.

Der Blick vom World Trade Center war einfach grandios. Die Vernichtung der beiden Türme am 11. September und der Tod der vielen Menschen war für mich ein unfassbares Ereignis, einfach grauenhaft und unmenschlich. Ich erlebte am 4. Juli den Freiheitstag in der Nähe der Wallstreet und dem Battery Park mit dem atemberaubenden Blick auf das Meer und die Freiheitsstatue. Hier begann einmal die Geschichte New Yorks, hier standen einmal die Kanonen, die bei der Gründung der Stadt, diese zur See hin absicherten.

Hunderte von Showbühnen mit allen möglichen Nationalitäten feierten gemeinsam und zeigten ein unglaubliches Zusammengehörigkeitsgefühl, wie man es sich nicht im Traum vorstellen kann. Eine Integration in eine durch und durch gemischte Völkergemeinschaft mit einem großen persönlichen Stolz, des Einzelnen, Amerikaner zu sein.

Ein Erlebnis an diesem Tag hat sich so in meine Erinnerung eingeprägt, dass ich es heute noch vor mir sehe. Die stolzen Spielmannzüge und Kapellen mit den unterschiedlichsten farbenprächtigen Gruppen marschierten die 5th Avenue entlang. Plötzlich kam ein mächtiger Orkan mit starken Regenschauern auf. Die Cola- und Bierdosen fegten wie Geschosse durch die Straßen. Nicht eine einzige Person verließ die Gruppe und suchte Unterschlupf, sondern alles spielte und marschierte weiter, als sei es die selbstverständlichste Sache der Welt. So wie der Sturm hier wütete, wäre der weitere Ablauf der Veranstaltung in Deutschland nicht denkbar gewesen.

Viele liebe Freunde lernte ich in diesen Wochen kennen und fand auch bei meiner Arbeit große Unterstützung. Mit der Brooklyn Altherrenmannschaft ein gemeinsames Essen im "Stammtisch" in Queens war gleichzeitig ein Erzählabend über den Fußball und die Stadt Dahn, da drei Mitglieder der Mannschaft einmal hier zu Hause waren. Jahre später besuchten sie mich in Kaiserslautern, nach einem Besuch ihrer Heimatstadt.

Allgemein wird von der amerikanischen Nation von einer Ellbogengesellschaft gesprochen. Mancher würde sich wundern, mit wie viel Liebe und Einsatz zum Beispiel das "Deutschtum" hochgehalten wird und wie schnell die Menschen bereit sind, ohne viele Worte, sich untereinander zu helfen. Da können wir noch vieles von den Amerikanern lernen, möchte ich behaupten. Mit lieben Freunden in New York und Seattle stehe ich noch heute in Kontakt über die Elektronik.

Es war im Dezember 2001 als ich Fritz, auf einem Stuhl sitzend, bei der Beerdigung seiner Frau zum letzten Mal sah. Ich wusste sofort, dieses wird mein letztes Zusammentreffen mit einem für mich so wertvollen Menschen. Als er mich erkannte, brachte mich sein freudiges "Gert" wieder in die Gegenwart zurück. Im Überschwang meiner Gefühle drückte ich ihm die Hand fester als ich wollte und als es ihm lieb war und er beschwerte sich leise. Den letzten Tadel von ihm und ich musste mich abdrehen, weil meine Augen feucht wurden.

Meiner Frau erging es ähnlich. Wie viele Hände hatte er schon schütteln müssen; denn wohl alle, die ihn näher kannten, wussten, der Tod von Italia ist das Schlimmste, was ihn treffen konnte. Wenn es einmal im Spiel schlecht lief, waren während der Pause in der Kabine meistens seine Worte: "Männer, nur wer sich aufgibt, der hat verloren." Ich spürte es deutlich, Fritz hatte sich aufgegeben.

Deshalb kam es für mich nicht überraschend, als ich wenige Monate später aus der Zeitung erfuhr, Fritz Walter liegt im Krankenhaus. Besuch wurde von ihm ferngehalten, wofür ich vollstes Verständnis aufbringen konnte. Als letzter unserer Mannschaft hat wohl Erwin Scheffler mit ihm reden können. Er hatte im Krankenhaus jemanden besucht und war ohne Voranmeldung einfach in Fritz's Zimmer gegangen, keiner hatte ihn aufgehalten. Selbst davon überrascht, hatte er versucht, Fritz noch einmal aufzumuntern. Er hatte sich zu dieser Zeit aber bereits restlos aufgegeben und wollte nur nach Hause, wie Erwin mir später erzählte. Viele, viel zu Viele, haben sich aus Politik, Wirtschaft und anderen Gruppierungen unserer Gesellschaft mit seiner Anwesenheit geschmückt und oft auch für eigene Zwecke eingespannt. Gestorben ist Fritz sehr einsam in den Armen seiner Haushaltshilfe.

Über ganz Deutschland verteilt hatte er aber ein großes Netz echter Freunde und Verehrer. Dem Fritz ist nie etwas zu viel geworden. Auch wenn der Rummel um ihn nervlich oft fast nicht mehr zu ertragen war. Stets war er freundlich und allen gleich bleibend in seiner ungekünstelten Offenheit entgegen getreten, immer der Repräsentant eines erfolgreichen und sauberen Lebens.

Ein großer Verlust für alle, die ihm nahe standen. Ein großer Verlust für die Stadt Kaiserslautern. Ein großer Verlust für den Deutschen Fußball. Deutschland ist um eine aussergewöhnliche Persönlichkeit ärmer und dieser Verlust war bei allen, die ihn kannten, fast körperlich, wie ein Schock spürbar. Nie haben mehr Freunde um einen großartigen Menschen getrauert, als beim Tode von Fritz Walter.

 

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